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Unterwegs am Rio Tuichi und Rio Yakuma – Unterwegs im Bolivianischen Tiefland Von Fridolin Fröhlich (inzwischen 20 Jahre)

Ganze 7 Stunden wird das Boot vom erfahrenen ´Motorista´ den Rio Tuichi flussaufwärts manövriert, wo uns das Zelt-Camp von Pedro mitten im Urwald, erwartet. Wir sind immer noch in unserer „Drei-Generationen-Reisegruppe“ unterwegs: Papa, Ikea, Ikeas Mutti und ich, der Frido. Es ist paradiesisch hier - umgeben von riesigen Bäumen, unbekannten Pflanzenarten und wilden Tierlauten. Für ein ungeschultes Auge ist es ein schwieriges Unterfangen, Tiere zu Gesicht zu bekommen bei dem umliegenden und nicht enden wollenden Grün des Urwalds. Wortwörtlich sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Nachdem wir Gepäck und Essen an Ort und Stelle gebracht haben, läuft uns quasi aus dem nichts ein Ameisenbär fast genau vor die Füße und als wäre das nicht schon Überraschung genug, hat er auch noch ein Junges auf dem Rücken. Unfassbar und vor allem ein unfassbar seltenes Bild. Auf unseren Runden entdecken wir mit viel Mühe noch Dschungelschweine und -hühner, sowohl Brüll- als auch Kapuzineräffchen und strahlend leuchtende blaue & rote Aras. Auch die kleinen Biester namens Insekten versuchen alles, damit man sie wahrnimmt. Z.B. Blattschneideameisen, welche einem zu tausenden über den Weg laufen und es so aussehen lassen, als wären kleine Blätter zum Leben erweckt worden. Moskitos, die versuchen mit aller Kraft einem das Blut aus dem Körper zu saugen und dabei Denguefieber und Malaria übertragen können. 24-Stunden Ameisen, die ihren Namen der Zeit des Schmerzes nach einem Stich verdanken. Mariquis, die fast unsichtbar klein sind und jede freie Stelle am Körper nutzen um zu beißen. Deswegen auch oberste Priorität: Lange Sachen. Immer! Und sind es 40 Grad und 95 % Luftfeuchtigkeit. Ach ja sind es ja wirklich hier. Aber lieber schwitzen, als zerstochen werden! Auf dem Weg zu einem Aroyo (Nebenzufluss) halten wir Ausschau nach Motacupalmen und deren Früchten. Mit der Machete bewaffnet schlägt man diese auf um den im Inneren lebenden, lebendigen Wurm raus zu kratzen, um wiederum diesen als Angelköder zu verwenden. Die weißen Larven kann man auch so essen. Also wenn man dann eben keinen Fisch fängt bleibt einem ja nichts anderes übrig… Ein simples Holzstück mit Perlonseil ergibt die Angel. Bei dem klaren Wasser sieht man entweder die kleinen Fische, die unnützlich sind oder die dickeren & besseren, die so fix sind, dass man aufmerksam und reaktionsschnell sein muss um sie wirklich raus zu fischen. Nach mehreren Versuchen hat man den Dreh schnell raus. Mit diesen Köderfischen geht´s dann zum Hauptstrom. Um diese wiederum als Lockspeise für die bis zu 4m großen Fische zu verwenden. Vorausgesetzt, man hat genug Kraft um sie raus zu ziehen.

Während des Angelns taucht plötzlich aus dem Nichts ein Tapir direkt 4 Meter neben Ikeas Mutti auf. Wegen der Menschenansammlung rennt er erschrocken in den Fluss. Kann ihn jedoch wegen der zu starken Strömung nicht queren und kommt wieder zu uns an Land. Das Tier ist so unwirklich. Mit dem spitzen Gesicht & der komischen, langen Nase sieht es aus wie eine Märchengestalt. Irgendwie Surreal! Auch Spuren eines Jaguars werden im Sand der Playa deutlich. Von so nahem möchte ich ihn dann doch lieber nicht begegnen… Zurück in Rurre treffen wir uns mit unseren Freunden aus Deutschland. Otto, Frieda und Robin, die derzeit ebenfalls in Bolivien unterwegs sind. Ilka kümmert sich um die Organisation der Pampatour, welche wir in den nächsten Tagen gemeinsam mit den anderen Dreien starten werden. Der bedeutende Unterschied zum Regenwald liegt darin, dass Pampa einfach Überschwemmungsland ist. Büsche und Bäume sind vom Wasser überspült, also wie eine Art überfluteter Teich, nur mit Strömung. Man befindet sich also genau zwischen den ca. 20 Meter voneinander entfernten Ufern, so dass man die Tiere quasi auf dem Tablett serviert bekommt.

Eigentlich bin ich nicht so der Vogelfreund, aber diese Gestalten in ihrer ganzen Größe, mit ihren bunten Schnäbeln sind schon unvergleichlich. Reiher mit frischgefangenem Fisch im Maul, braune & schwarze Adler und auch ganz kleine Spezies mit rotem Kopf & gelben Füßen. Besonders an den Paradiesvögeln kann man sich nicht satt sehen. Und ich dachte immer das ist ein ausgedachter Begriff für Menschen… Krokodilsköpfe schauen zwischen dichtem Geäst aus dem Wasser nach oben. Ob nun Baumstamm, Stock oder Alligator ist manchmal schwierig zu unterscheiden. Schildkröten dösen in der Sonne auf Steinen und Stämmen, oftmals 3-4 auf einem Fleck gut in Pose gesetzt. Das größte Nagetier der Erde, mit bis zu 75kg Gewicht, sitzt lässig am Rand des Flusses. Cabibaras! Oder halt Wasserschweine, die aussehen wie mit Genmais gefütterte, zum hünenhaften mutierte Bieber. An einem Strauch am Wasser machen sich die nicht mal unterarmgroßen und völlig aufgedrehten Totenkopfäffchen bemerkbar. Diese sind so nah am Boot, dass sie fast hineinspringen. Angefüttert. Leider. Aber wer hat schon je in seinem Leben von so nahen Affen gesehen?! Abgesehen von denen im Zoo oder denen, denen man jeden Tag im Wohnzimmer begegnet. Am nächsten Morgen möchten wir in einer der Lagunen baden gehen. Angeblich halten sich dort die rosa Delfine auf. Sie folgen wirklich dem Klopfen auf den Bootsrand, so dass wir tatsächlich ununterbrochen von sieben dieser eleganten Schwimmer umgeben sind. Meist erkennt man nur den leicht rosaen Rücken oder die Flosse. Vorhin haben wir noch die Krokodile am Wasserrand beobachtet und jetzt will ich hier mit denen Baden?! Zudem kreisen gerade besonders viel garstige Moskitoschwärme um uns. Egal, wann erlebt man sonst sowas. Ausgerechnet Ikeas Mutti ist die erste, die sich traut! Schließlich ziehe ich mit Robin nach. Durch plantschen lockt man die Wassertiere an. Wir sind sofort von einem ´Schwarm´ umgeben. Mit Respekt streichle ich einen. Es ist der Wahnsinn! Auf dem Rückweg zum Camp bestaunen wir noch einen Tukan, der sich ganz oben auf die Baumkrone gesetzt hat, um uns bei perfektem Licht mit seinem leuchtend orangen Schnabel zu imponieren. Was für ein Blick. Was für eine Tour ! Ich glaube nirgend wo anders auf der Welt bekommt man so viele verschiedene und beeindruckende Tierarten auf einmal geboten. Überragend und gerne wieder!

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