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Nun doch Sachsen-Anhalt statt Nicaragua!

Costa-Sachsen-Anhalt - das Land der Frühaufsteher! Zum Glück assoziiert man hier damit nicht das einsam erhellte Fenster eines Schichtarbeiters in einem grauen Hallenser Neubaublock vom Werbeplakat, sondern grauseliger Bioterrorismus ist schuld.

 

Aber von Vorn:

Wegen diverser Flugbedingungen hatten wir als Ankunfts- und Abflug-Flughafen in Mittelamerika San Jose in Costa Rica gewählt. Die Wege sind ja wesentlicher kürzer hier, so dass man Schwuppdiwupp in Nicaragua wäre per Bus. So ganz ruhig wars ja schon zu unserer Abreise im Januar nicht bei den Sandinisten, dazu kamen dann angekündigte Wahlen, blöde Erfahrungsberichte gerade Ausgereister und die Weisheit des Alters. Jedenfalls hieß es nun nicht nur neu Reiseziele suchen, sondern es musste auch fleißig am Budget gebastelt werden. Costa Rica nennt man ja nicht umsonst die Schweiz Lateinamerikas. Statt sozialistischem Bruderland (ich hatte immer Gerhard Schöne im Ohr – „mit dem Gesicht zum Volke…“) nun also ein Lieblings Reiseland der Amis. Auch unsere Idee vom Abenteuer unterscheidet sich mächtig von der Tico-Welt. Ich könnte mich immer wegschmeißen, wenn ich von einem gut ausgebauten Wegenetz für Wanderungen lese – von sage und schreibe 4 Kilometern!!!! Natürlich hatten wir die Geschichten von Anja und Hirschs Extremwanderung im Corcovado Nationalpark noch im Ohr oder Rollers Empfehlung des „Poas-Vulkans“.  Auf letzteren führt inzwischen z.B. eine Rollstuhlrampen und alleine darf man fast nirgendwo laufen. Dagegen stehen natürlich all die Berichte von Affen, Faultieren und Tukanen, die ständig inflationär im Weg rumhängen. Hat bissl gedauert mit dem „warm werden“.

 

Aber inzwischen sind wir angekommen. Sind schon verdammt lässig die Ticos! So gibt es nicht nur an den Wochenenden Straßentanz. Auf der Plaza oder in der Fußgängerzone spielt eine Old-huster-calypso- oder eben Merengue Band und das Publikum – ebenfalls Oldhusters – legt eine flotte Sohle aufs Pflaster. Mitten auf der Straße. Für uns ist es allerdings wie früher freitags im Unterkeller der „mb“. Als weißer Tanzbär sollte man sich gut verstecken.

Wir können den „Regenwald-soft“ genießen, ein Regenwald, in dem man nackig rumrennen kann. Ist halt alles bissl kleiner, gefälliger. Ich hab schon seit 2 Wochen keine Gummistiefel mehr getragen! Wir haben noch nicht einmal Autan benötigt! Unser erster Costaricanischer Gipfel heißt „Cerro Frantzius“ und ist immerhin 2134m hoch. 800 Höhenmeter hoch und dann 1100m wieder runter an einem Tag. Unterwegs stöbern wir eine Horde Klammeraffen auf - so was von schräg. Statt abzuhauen, sind die auf Randale aus. Die Oberrandaliererin ist eine Schwangere – Hormone halt?! Hoch aufgerichtet post sie in einer Astgabel und rüttelt an den Ästen. Dabei keift sie uns an, dann zeigt sie demonstrativ ihr Hinterteil. Wir müssen regelrecht in Deckung gehen. Es krachen schon mal größere Äste und Aufsitzerpflanzen nieder, dazu Früchte und manchmal werfen sie auch mit Exkrementen. Was für eine Show! An der Rangerstation sind wir ganz alleine mit unserem Zelt – mit Millionen von Vögeln natürlich.

 

Der Pazifik war so warm, dass ich ruckzuck im Wasser war – wenn ich mich durch die Brandung getraut hatte… Natürlich haben wir bei jeder Welle unserer gebeutelten bolivianischen Freunde gedacht. Heute ist der 23. März, da marschieren sie wieder für ihr Meer und gegen die „bösen“ Chilenen. Stundenlang sind wir mutterseelenallein am Strand lang marschiert, haben unsere Spuren im brennend heißen Sand hinterlassen – natürlich mit Sonnenbrand am Abend. Neu war uns, dass Surfen und Yoga (laut Lonely Planet) unbedingt zusammengehören, inzwischen auch Backpacker (also Rollkofferer) und Yoga. Quasi jede hippe Unterkunft bietet Yoga an. Während wir mit Kaffeetopp und Torte dazu mit Morgenkippe in der Hängematte baumeln und über die mit zarter Morgenröte überzogenen Urwaldgipfel oder Meeresdünung blicken, verwandeln sich hinter uns sämtliche Restgäste in Hund, Krieger oder Baum.

Unser Kocher ist Gold wert – natürlich nur mit entsprechendem Kocherbeutel (leider besitze ich kein „ist doch klar…“ oder Olympia 2000“ Exemplar mehr …). Neben amerikanischer Supermarktkultur gibt’s noch genügend Markthallen zum Shoppen und plaudern. Coca gibt’s leider nicht, aber das Bier ist preiswerter! Die Reis-Dichte ist wie in Bolivien. Und egal ob am Meer oder in den Bergen. Die besten und überraschendsten Schlaf-Optionen gabs ohne Booking.com.  Mit Meeresrauschen einschlafen und von Brüllaffengeweckt werden – aber leider eben schon vor Sonnenaufgang. In Amazonien hört man die Schreie über Kilometer – hier sitzen die Krakeeler direkt neben einem. Dann diese Vögel!!!! Aras tröten zum ersten Kaffee gegen 6:30Uhr und alle Flattermänner machen mit. Jawohl, richtig verstanden: Frau Sohr ist um 6.30 Uhr am Leben und verspürt kaum Mordgedanken.

Also willkommen im Land der Frühaufsteher! Morgen geht’s mit dem Bus nach Puerto Viejo bzw. Manzanillo an die Karibikküste. Dort kommen dann hoffentlich die Tiere so nah wie versprochen und wir wollen schnorcheln und Kajak fahren. Danach locken Wildwasserflüsse und der NP Tortugero. Ich habe noch nie eine Seekuh in freier Wildbahn (Ich schon! -  Anm. d.R.) gesehen. Wir hoffen, wir haben Glück!

In diesem Sinne „Pura Vida!“ sagen Torte und Ilka!